Das Teuerste an einem Baukonflikt ist nicht der Mediator

Thomas Schiedt

Baumediator • Wirtschaftsmediator • Bauingenieur

Das Teuerste an einem Baukonflikt ist nicht der Mediator

Wenn in Bauprojekten ein Konflikt eskaliert, sehe ich regelmäßig denselben Denkfehler.

Der Projektleiter lässt sich ein Angebot zur Mediation vorlegen. Eine Gegenrechnung, was der eskalierende Konflikt vor Gericht kostet, macht er nicht.

Rechnen kann man beides – und ich kenne die Zahlen aus Projekten, in denen beide Wege gegangen wurden:

Nehmen wir einen Konflikt mit einem Streitwert von 1 Mio. €.

Ein Gerichtsverfahren beginnt im günstigsten Fall bei rund 50.000 €.

Über mehrere Instanzen sind 150.000 bis 200.000 € schnell erreicht. Ihr eigener Zeitaufwand nicht eingerechnet.

Am Ende steht ein Urteil, das Ihnen gefällt. Oder eben nicht.

Ein Mediationsverfahren kostet davon oft nur einen Bruchteil.

Im Vergleich zu einem Prozess über mehrere Instanzen rund 3 bis 5 Prozent.

Aber: Entscheidender ist häufig die Zeit.

Eine Mediation kann in wenigen Wochen abgeschlossen sein.

 

Ein Baurechtsstreit über drei Jahre ist die Regel, fünf bis sechs Jahre keine Seltenheit.

So lange bleibt Kapital gebunden, der Streit lähmt das Projekt, und die Zusammenarbeit am Bau ist zerbrochen, lange bevor ein Urteil vorliegt.

Vor Gericht zu ziehen ist manchmal der richtige Weg. Etwa wenn eine Seite jedes Gespräch verweigert.

Nur ist es selten der günstigere Weg.

Nicht der Mediator ist teuer. Der ungelöste Konflikt ist es.

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Thomas Schiedt

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