Letzten Herbst kam der Eigentümer eines Münchner Bauträgers zu mir.
Zwischen den Abteilungsleitern von Vertrieb und Baumanagement gab es Spannungen.
Auslöser: Der Vertrieb wollte Grundrisse an die Marktlage anpassen – für das Baumanagement bedeutet jede Änderung zusätzliche Planung und Zeit.
Der Eigentümer entschied: Die Grundrisse werden geändert.
Für ihn war die Sache geklärt.
War sie nicht: Die Abteilungen mieden sich, Entscheidungen wurden verschoben, das Projekt geriet in Schieflage.
Ich setzte mich mit beiden an einen Tisch und arbeitete mich mit gezielten Fragen an den Ursprung heran.
Dabei zeigten sich zwei Ebenen:
ein echter Interessenkonflikt – Marktlage gegen Mehraufwand
und darunter ein altes Missverständnis, das nie aufgeklärt worden war und das Vertrauen belastete.
Solange die zweite Ebene blockiert war, blieb die erste unlösbar.
Erst im offenen Gespräch ließ sich das klären. Die Grundrisse wurden angepasst, der Mehraufwand nun gemeinsam getragen.
Das Machtwort war notwendig – es genügte nur nicht.
Solange kein Vertrauen da ist, ist die Zusammenarbeit blockiert.
Genau darum geht es in einer Mediation:
nicht darum, wer Recht hat, sondern darum Zusammenarbeit wieder möglich zu machen.
Entstehen Konflikte bei Ihnen eher aus dem aktuellen Anlass – oder steckt oft eine alte Geschichte dahinter?




